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Chronik

Wir schreiben das Jahr 1952. Die evangelische Gemeinde Buchenbühls ist als exponiertes Vikariat der Muttergemeinde Ziegelstein unterstellt. Dem zuständigen Vikar Glaser erscheint die Jugend der 1919 gegründeten Siedlung “traditionell unkirchlich”. Am 9.12.1952 schreibt Vikar Glaser nach Unterredung mit dem Landesjugendpfarrer Hans-Martin Helbich an den Landeskirchenrat:

“Die Lage ist nun zur Zeit so, daß ein Kreis von jungen Leuten da ist, die vor zwei Jahren konfirmiert wurden und bei rechter Anleitung geeignet erscheinen, einen Stoßtrupp in die Front der traditionellen Unkirchlichkeit der Jugend zu bilden. Um nun diese jungen Menschen zu binden und sie vor dem Schicksal der bisherigen Jahrgänge zu bewahren, wird der Entschluß gefaßt, einen Posaunenchor zu gründen.”

Der Grundstein war gelegt und mit Helmut Hofmann, “einem jungen Zimmermann, der weiß worum es geht”, konnte ein geeigneter Chorleiter gewonnen werden, welcher aufgrund seiner Jugendarbeit eine Gruppe von jungen Menschen für den Posaunenchorgedanken begeistern konnte. Helmut Hofmann war bereits seit 1945 Bläser im Ziegelsteiner Posaunenchor. Die Bläser der ersten Stunde in Buchenbühl waren:

Helmut Hofmann
Karl Adler
Richard Bickel
Bernd Haase
Waldemar Herzog
Hermann Trautner
Hans Winkler
Hans Ziegler

Zur Beschaffung der Instrumente waren neben Spenden der Gemeinde Bittbriefe an den Posaunenchorverband und den Landeskirchenrat notwendig, welche sich mit Zuschüssen beteiligten. 1954 wurde Karl Glaser der erste Pfarrer der mittlerweile selbständigen Gemeinde Buchenbühl. Der Pioniergeist der jungen Kirchengemeinde verhalf auch dem Posaunenchors zu weiteren Neuzugängen. Während der Buchen- bühler Posaunenchor 1955 noch mit acht Bläsern dem Posaunenchorverband beitrat, stieg die Zahl der Mitglieder bis zum Jahre 1957 bereits auf zwölf an. Eine Zahl, welche bis heute im Mittel die Stärke des Chores widerspiegelt.

Mittlerweile war der Posaunenchor aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken, was auch aus dem folgenden Zitat aus dem Gemeindegruß von 1956 hervorgeht: “Es macht Freude, daß unser Posaunenchor jetzt über elf Instrumente verfügt und nicht nur in Buchenbühl durch öffentliches Blasen verschiedene Male erfreut hat, sondern auch in der Adventszeit im Untersuchungs- und Zellengefängnis spielte.” Auch überregional hat sich unser Chor an verschiedenen Veranstaltungen beteiligt. So besuchte man bereits 1957 den Bayerischen Posaunentag in Gunzenhausen. 1959 fand in München der Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Hierfür hat sich unser Chor mit 10 Bläsern angemeldet.

1961 fand der Landesposaunentag in Nürnberg statt. Zu diesem Anlass sollte von allen evangelischen Kirchtürmen geblasen werden. Zum Glück war in Buchenbühl der Kirchturm der gerade im Bau befindlichen Himmelfahrtskirche bereits errichtet. So kam es am 6. Mai 1961 zum ersten Turmblasen des Buchenbühler Posaunenchores.

Am 2. Advent 1961 wurde die neue Kirche eingeweiht. Da zunächst keine Orgel vorhanden war, füllte der Posaunenchor diese Lücke und spielte nahezu an jedem Sonntag im Gottesdienst. Erst 1965 wurde der Chor durch den Einbau der neuen Kirchenorgel entlastet.

Ende der sechziger Jahre kam der Chor in die Midlife Crisis. Die Chorstärke war ohnehin auf ein Minimum geschrumpft und als dann noch Bruder Olpp von Buchenbühl wegging, war der Chor nicht mehr einsatzfähig. In einer Aktennotiz vom 2.12.1970 vermerkt der damalige Landesposaunenwart Köstner: “Herr Hofmann teilt mit, daß der Chor nicht mehr besteht! Pfarrer Schadeberg bemüht sich zwar um einen Neuaufbau, ob es ihm gelingt, steht noch nicht fest. Der Chor wird zunächst bei uns als ruhender Chor geführt!”.

Schließlich war es dem eisernen Willen und dem Wunsch von drei Bläsern zu verdanken, daß der Chor einen Neuanfang wagte. Helmut Hofmann und Waldemar Herzog begannen gemeinsam eine neue Gruppe von Jungbläsern auszubilden. Am 28.1.1974 konnten dem Verband zehn Mitglieder (davon 7 Anfänger) gemeldet werden.

Mit dem Neuanfang kam frischer Schwung in die Buchenbühler Posaunenarbeit. 1975 waren bereits 23 aktive Bläser (einschließlich 2 Anfängergruppen) aufgebaut. Außerdem sind in diesem Jahr einige der Bräuche entstanden, welche der Posaunenchor bis heute pflegt:

  • Gestaltung und Ausrichtung des jährlichen Waldgottesdienstes
  • Blasen auf dem Christkindlesmarkt zusammen mit dem Ziegelsteiner Chor
  • Mitwirkung beim Weihnachtsgottesdienst des katholischen Kindergartens
  • Geburtstagsständchen bei “hochbetagten Jubilaren” der Gemeinde

Stolz berichtete der Gemeindegruß im Sommer 1975: “Es gibt wieder einen Posaunenchor in Buchenbühl. Im Laufe von fast zwei Jahren ist es gelungen, von Grund auf einen Chor aufzubauen, der sich hören lassen kann und sich hören läßt: in Gottesdiensten, bei Trauungen, bei Weihnachtsfeiern im Saalbau, im Krankenhaus und bei hochbetagten Jubilaren der Gemeinde, mit Intraden, Chorälen und Volksliedern. Hinter diesen Auftritten steckt eine fast unglaubliche Arbeitsleistung: mindestens an zwei Abenden häufig an drei in der Woche wird geprobt...”.

1977 feiert der Chor unter großer Beteiligung der Gemeinde und mit Unterstützung des Ziegelsteiner Posauenchores sein 25jähriges Jubiläum. Von den Gründungsmit- gliedern waren noch vier Bläser aktiv: Helmut Hofmann, Waldemar Herzog, Richard Bickel und Hermann Trautner.

Noch im Jubiläumsjahr begann eine weitere größere Anfängergruppe unter der Anleitung von Helmut Hofmann. Einer der damaligen Jungbläser war der heutige Chorleiter Christian Bauer. In den kommenden Jahren wuchs nicht nur musikalisch eine sehr gute Chorgemeinschaft zusammen. Unter großem Engagement plante Robert Schreckenbach Chorfreizeiten, Seminare, Fahrradrallies und weitere gesellige Ausflüge, welche das Chorleben bereicherten.

1989 legte Helmut Hofmann das Amt des Chorleiters nieder. Da er aus gesundheitlichen Gründen gezwungen war von Posaune auf Baritonhorn umzusteigen, konnte er nicht mehr gleichzeitig dirigieren und mitspielen. 37 Jahre übte er dieses Amt mit viel Engagement und Hingabe aus. Zahlreichen Buchenbühlern hat er die Kunst des Blechblasens beigebracht. In Dankbarkeit ehrte der Posaunenchor seinen langjährigen Leiter mit einem Überraschungsfest am Waldgottesdienst. Eingeladen waren alle ehemalige Bläser des Chores und einige der anwesenden versuchten sich sogar noch einmal auf ihrem Instrument und gaben Helmut Hofmann ein Ständchen.

Von 1989 bis 1990 leitete übergangsweise Robert Schreckenbach den Chor. Seit 1990 ist Christian Bauer Leiter des Posaunenchores Buchenbühl.

1992 feierte der Chor sein 40-jähriges Bestehen und konnte zum Jubiläumsjahr wieder einmal eine Anfängergruppe vorstellen. Acht Jungbläser wurden bei einer Vorstellung in der Buchenbühler Hauptschule angeworben. Die Anfänger wurden von Christian Bauer ausgebildet.

In den letzten Jahren gestaltete der Posaunenchor Buchenbühl zusätzlich zu allen traditionellen Verpflichtungen regelmäßig Konzerte und Bläsergottesdienste.

2002 feierte der Posaunenchor Buchenbühl mit verschiedenen Veranstaltungen sein 50. Jubiläum. In mehrwöchiger Vorbereitung waren alle Chormitglieder und deren Angehörige mit vollstem Engagement dabei. So entstanden eine Homepage, eine Festschrift mit Chronik und eine umfangreiche Bildausstellung in der Himmelfahrtskirche. Die eigentliche Jubiläumsfeier wurde gleichzeitig mit dem Gemeindefest an Christi Himmelfahrt begangen. Landesposaunenwart Dieter Wendel übernahm die Ehrung langjähriger Bläser im Namen des Posaunenchorverbandes. Nach dem Festgottesdienst spielten neben unserem Chor die befreundeten Chöre aus Ziegelstein, St. Lukas und Heroldsberg zur Unterhaltung der Gäste, zu denen auch zahlreiche ehemalige Bläserinnen und Bläser gehörten.
Als weiteres Event im Jubiläumsjahr veranstaltete der Posaunenchor Buchenbühl zusammen mit Norbert Webers Blechkiste aus Großhabersdorf einen Workshop für Posaunenchorbläser. Als Dozenten konnten das Ensemble Couleur und das BlechQuadrat gewonnen werden, welche zum Abschluss des Workshops in der Sebalduskirche ein gemeinsames Konzert gaben.
Zum Ausklang des Jubiläumsjahres musizierte der Chor in der Adventszeit zusammen mit den Lobsingern als bewährtem Partner ein stimmungsvolles Konzert.

Ebenfalls im Jubiläumsjahr machte unser Chor Werbung für eine neue Jungbläsergruppe – mit Erfolg. Drei Kinder meldeten sich an und gehören mittlerweile zur Stammbesetzung. Ausgebildet wurden sie zunächst von Dipl.-Musikpädagoge Gerhard Bittruf und danach von unserem unermüdlichen Gründungsmitglied Waldemar Herzog.

Aber neben bewährten führten auch neue Wege zu steigenden Mitgliederzahlen:
Während Waldemar Herzog weitere Bläser in Buchenbühl ausbildete, entstand die Idee in einer regionalen Kleinanzeigenzeitschrift nach bereits erwachsenen Bläsern zu suchen. Dies bescherte immerhin einen Neuzugang aus dem Nürnberger Umland. Aber auch einfach Zufälle, wie ein zugezogener Neubuchenbühler oder eine ehemalige Bläserin aus der Nachbarschaft des Chorleiters ließen die Mitgliederzahl auf aktuell 19 steigen, einer Zahl die knapp an die Rekordmarken der 1970er Jahre heranreicht.

 

Stand: 2011